Geleitwort

Auszug aus
Johannes Narbeshuber (Hrsg)
In Beziehung. Wirksam. Werden. 
Der systemisch-evolutionäre Coaching-Ansatz der Trigon Entwicklungsberatung

 

Geleitwort

Mit großer Freude habe ich die Entstehung dieses Buches miterlebt und in einigen Kapiteln selbst dazu beigetragen. Dabei komme ich selbst gar nicht aus dem Coaching. Organisationsentwicklung und Konfliktbegleitung bzw. Organisationsmediation waren und sind in den 52 Jahren meines Beraterlebens meine Kerndisziplinen. Aber ohne Coaching wäre vieles nicht gelungen.

In Trigon haben wir trotz verschiedenartiger Arbeitsschwerpunkte bestimmte grundlegende Konzepte gemeinsam. Bei aller Unterschiedlichkeit der Persönlichkeiten von uns Beraterinnen und Beratern, unseren fachlichen Hintergründen und methodischen Spezialismen verbindet uns ein tieferes Verständnis von Entwicklung. Ob es sich nun um Beratung und Begleitung von Einzelpersonen handelt, um Teams oder um ganze Organisationen, immer geht es uns darum zu beachten, wie die Entwicklung des einen die Entwicklung des anderen bedingt und fördert. Sie hängen als Teile eines größeren Ganzen zusammen. Einerseits wird das kleinere System – Individuum oder Gruppe – vom größeren System Organisation beeinflusst und geformt. Doch die Entwicklung des umgebenden größeren Systems wird andererseits nur möglich, wenn sich in ihm die Menschen und Gruppen entwickeln. Deshalb habe ich 1983 in meinem Buch „Verwaltungsreform durch Organisationsentwicklung“ als Hauptziel der Organisationsentwicklung definiert, dass die einzelnen Menschen durch ein prozesshaftes Vorgehen bei Organisationsänderungen in ihrer Fähigkeit wachsen sollen, ihre Organisation bewusst zu gestalten und permanent aus eigener Kraft zu innovieren. Dabei ist die Entwicklungsarbeit mit Individuen, wie sie durch Coaching geschieht, für die Einzelperson schon ein Wert an sich, doch darüber hinaus eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg der Organisationsentwicklung.

Dem wird im Buchtitel das Begriffspaar „systemisch-evolutionär“ gut gerecht. Gerade die Verbindung des Systemverständnisses mit dem Evolutionsverständnis unterscheidet den Trigon-Ansatz von anderen Coaching-Schulen. Dass heute praktisch jede Schule auf ein Systemverständnis baut, ist gut, aber es ist kein ausreichendes Unterscheidungsmal mehr. Dass jedoch der Systemansatz auch noch vom Entwicklungsdenken geleitet wird, macht den Ansatz von Trigon schon zu etwas Besonderem.

Was das im Coaching bedeutet, das wird nach Jahren des gemeinsamen Ausprobierens und Reflektierens und Entwickelns im vorliegenden Buch von Kolleginnen und Kollegen erstmals der Öffentlichkeit als Ganzes vorgestellt. Es ist also selbst die Frucht gelingender Entwicklung, die darin besteht, immer wieder innezuhalten und der Frage nachzugehen „Was macht mich und uns unserem tieferem Wesen nach aus? Was will sich in dieser und in der nächsten Phase entfalten? Wie können wir noch besser erkennen, in welche Richtung sich unser Klient entwickeln will, um seine selbstgesetzte Sinngebung zu verwirklichen? Was können wir anders als bisher tun, um unseren Klienten dabei zu noch mehr Wirksamkeit zu verhelfen?“

In diesem Sinne wünsche ich dem systemisch-evolutionären Coachingansatz, dass er sich im Dialog mit unseren Klienten, mit Kolleginnen und Kollegen in der Fachwelt selber weiter entwickle und dass dieses Buch zu seiner Verbreitung beitragen möge. Das kommt uns allen zugute, gleichgültig, in welcher Funktion oder Rolle wir an der Bewältigung der großen Herausforderungen unserer Zeit arbeiten.

 

Salzburg, im Oktober 2019                                                                                                             Friedrich Glasl

 

Mehr zum systemisch-evolutionären Coaching-Ansatz der Trigon Entwicklungsberatung, den Friedrich Glasl maßgeblich mitgeprägt hat erfahren Sie im Buch In Beziehung. Wirksam. Werden. sowie in unserer Coaching-Ausbildung in Köln, Salzburg und Wien.